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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade

Monatsspruch Februar

Monatsspruch

Liebe Gemeinde, 
worüber haben Sie sich zuletzt gefreut?

Ich hoffe, Sie müssen nicht lange überlegen, denn es gibt sicher einige Dinge, über die Sie sich freuen können – vielleicht ein Geschenk oder auch ein persönlicher Erfolg.

Vielleicht haben Sie zu Weihnachten ein Geschenk bekommen und sich jetzt darüber gefreut, wie gut und praktisch es zu gebrauchen ist. Oder Sie haben vielleicht am Jahresanfang gute Vorsätze gefasst und merken schon jetzt, wie gut sie das umsetzen, was Sie sich vorgenommen haben – echt ein Erfolgserlebnis! Da kann man sich freuen!

Jesus aber sagt 72 Menschen, die er ausgesandt hatte, Gottes Wort zu verkünden, bei Ihrer Rückkehr: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!“ – so die Geschichte im Lukas-Evangelium.

Was war geschehen? Waren Sie erfolglos und mit hängenden Köpfen zurückgekehrt? Wollte Jesus ihnen wenigstens eine Hoffnung geben, dass es einst bei Gott anders werden würde als hier auf Erden? Aber nein! Obwohl Jesus die 72 darauf vorbereitet hatte, dass man sie und die Botschaft, die sie verkünden, längst nicht überall mögen würde, obwohl Jesus ihnen mit auf den Weg gegeben hatte, dass sie auch mit Misserfolg und Enttäuschung umgehen müssten, trotz alledem kehren sie erfolgreich zurück und berichten freudig, dass ihnen sogar die bösen Geister gehorcht hätten. Voller Erfolg auf ganzer Linie! Da konnten sie stolz sein! Ja, und sie freuten sich – mit Recht, denke ich.

Jesus aber sagt: „Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“

Eine ungewöhnliche Perspektive, denke ich. Jesus gibt den 72 einen Trost, einen Grund zur Freude, obwohl sie doch gerade mit einem Erfolgserlebnis heimgekehrt waren und genügend Grund zur Freude hatten.

Doch Jesus erklärt zuvor auch noch, dass er ihnen die Macht über die Geister gegeben hatte. Der vermeintlich eigene Erfolg ist also nicht ihr Verdienst, sondern es ist ihnen so gegeben worden. Sie geraten in Gefahr, auf etwas stolz zu sein, das sie nicht mit eigener Kraft und eigenem Geschick erwirkt hatten. Darum bremst Jesus ihre Freude darüber. Er nimmt ihnen aber nicht die Freude, sondern sagt ihnen, dass sie sich nicht über eigenes Wirken freuen sollen, sondern darüber, dass ihnen die Kraft dazu gegeben wurde, weil ihre Namen im Himmel verzeichnet sind.

Das macht mich nachdenklich.

Nichts gegen die Freude über einen Erfolg! Da stecken schließlich auch eigene Mühe, Kraft, Anstrengung dahinter. Da darf man sich auch freuen, denke ich. Ja, aber… Freuen schon, aber nicht, weil ich so gut bin oder stark oder klug, sondern weil Gott mir die Möglichkeit gegeben hat, zu diesem Erfolgserlebnis zu kommen, weil er mich ja kennt und weiß, was ich brauche, weil er sogar meinen Namen kennt, mein Name bei ihm im Himmel verzeichnet ist. Darum darf ich dankbar sein für jeden Erfolg und mich auch darüber freuen.

So wünsche ich Ihnen für den Februar viele freudige Erlebnisse und Erfolge, bei denen Sie spüren, dass Gott mit am Werk war. Denn darüber dürfen wir uns freuen, dass „unsere Namen im Himmel verzeichnet sind“.

Ihre Pfn. Dagmar Heine