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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade

Jahreslosung 2021

Monatsspruch

Liebe Gemeinde,

2020 war kein gutes Jahr. Ständig und überall dieses Corona. Alarmierende Zahlen, drastische Warnungen, beunruhigende Meldungen. Vielleicht wird man einmal über das Jahr 2020 sagen, dass es uns an unsere Verletzlichkeit erinnert hat. Wir waren so an den Fortschritt gewöhnt, dass große Seuchen nur in der Erinnerung vorkamen. Die Pest im Mittelalter, die Spanische Grippe vor 100 Jahren. Corona ist weder das eine noch das andere. Aber dieses Virus ist ansteckend genug, dass wir uns alle seit April in einem mehr oder weniger strengen Lockdown befinden. Und mit uns mindestens die Hälfte der Menschheit.

Der moderne Mensch, der dachte, er habe sich die Erde schon untertan gemacht, muss sich einem Erreger beugen, den er bis vor kurzen nicht einmal kannte. Selbst wenn der erste Impfstoff noch im Dezember zugelassen wird, dürfte es mindestens bis zum kommenden Sommer dauern, bis gmenügend Menschen ihre beiden Spritzen bekommen und Immunität erlangt haben. Solange werden weiterhin strenge Schutzregeln gelten. Solange wird unser Leben auch 2021 vom Ausnahmezustand geprägt sein. Auch in unserer Gemeinde. Auf der Strecke bleiben weiterhin Gottesdienste in der geheizten Kirche, bei denen gesungen, das Abendmahl gereicht, gelacht, umarmt wird und Chöre auftreten. Ebenso die Geborgenheit in der Gemeinschaft.

Das trifft uns ins Mark, denn wir sind doch Gemeinschaftswesen. Händereichen und Nähe sind elementar wichtig. Nur wenige sind für die Einsiedelei gemacht, die mit der häuslichen Quarantäne verbunden ist. Nein, es wird vorerst weitergehen mit Zeltkirche, draußen frieren und Provisorien.

Aber es geht weiter! Es wird auch die Zeit kommen, in der wir uns wieder unbelastet begegnen werden, Feste feiern und gemeinsam in der Kirche singen. Der Glaube daran möge in uns aufblühen. Das besonders wünsche ich uns für dieses vor uns liegende Jahr. Eben einen gewaltigen Schuss Optimismus und Glaubensstärke. Denn der Glaube ist da, wo Gott größer ist als all unsere Bedenken, Sorgen und Nöte. Nur von ihm können wir alles erwarten. Und das über die einzelnen Stationen unseres Lebens hinweg bis zu dem Ziel hin, das er uns verheißen hat. Und genau dieser Glaube ist Gottes Barmherzigkeit, die er uns zuspricht.

„Der heilige Geist ist kein Skeptiker! Nein, er ist barmherzig!“ ruft Martin Luther seinem großen Gegner Erasmus von Rotterdam zu. „Er hat nichts Zweifelhaftes oder unsichere Meinungen in unsere Herzen geschrieben, sondern feste Gewissheiten, die gewisser und fester sind als das Leben selbst und alle Erfahrung“. Recht hat er, der alte Luther.

Wenn auch wir das wissen und empfinden, können wir getrost mit Dietrich Bonhoeffer sprechen:

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir mit Glaubensstärke und Zuversicht in dieses Jahr gehen. Das können wir, denn Gott, unser Vater ist barmherzig!

Ihr Pfr. Veit Hoffmann