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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade

Monatsspruch August

Monatsspruch

Liebe Gemeinde, 
mit dem Ende der Sommerferien geht es wieder in die Vollen. Es ist aufgrund des frühen Ferientermins noch mitten im Sommer, aber das Sommerloch ist vorbei, der Alltag kehrt zurück. So mancher Auftrag muss abgearbeitet werden. Auch der Monatsspruch für August formuliert einen Auftrag: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“

Mit diesen Worten beauftragt Jesus im Matthäus-Evangelium seine zwölf Jünger, zum Volk Israel zu gehen und vom nahen Himmelreich zu erzählen. Die Jünger treten damit in Jesu Fußstapfen. Sie machen das, was er getan hat, führen seinen Auftrag fort. Sie erzählen weiter, was sie von Jesus gehört haben. Und tragen dazu dabei, dass sich die frohe Botschaft ausbreitet, mehr Menschen von Jesus Christus erfahren.

Im Neuen Testament wird Gott als der himmlische Vater bezeichnet. Es findet sich dort die Vorstellung, dass der Himmel Gottes Wohnstätte, seinen Palast oder Tempel beherberge. Vom Himmel her erwarten die ersten Christinnen und Christen auch das Wiederkommen Jesu Christi am Ende der Zeiten. Sie glaubten, dies würde noch zu ihren Lebzeiten, ganz bald geschehen. Sie hatten die Hoffnung: das Himmelreich ist nahe.

Was verbinden wir im August 2019 mit dem Himmel? Vor einem knappen Jahr war die Himmelsrikscha unseres Kirchenkreises in Berlin unterwegs. „Was ist ihr Himmel?“ wurden die Passantinnen und Passanten gefragt. In den Videos und auf Post-its wurde verschieden geantwortet: „Im Himmel ist Liebe, Frieden, Glückseligkeit.“ „Im Himmel haben wir alle Zeit.“ „Ein Ort ohne Sorgen, Liebe für alle.“ „Der Himmel sind wir.“

Welche Antwort geben Sie auf die Frage: was ist Ihr Himmel?

Und was machen Sie mit dieser Antwort? Ist Ihre Antwort ein Schatz, den Sie in Ihrem Herzen tragen? Oder ein Fundament, das Sie durch das Leben trägt, das Halt gibt, Kraft spendet? Ist es eine Antwort, die Sie für sich finden oder die Sie mit anderen teilen? Was erzählen Sie anderen von Ihrem Himmel?

Im August startet ein neuer Glaubenskurs in unserer Gemeinde: „Jetzt aber – vier Chancen, über den Glauben zu reden.“ Ich freue mich auf die Gespräche dort, denn in den Glaubenskursen gibt es eine offene Atmosphäre, in der wir unsere Glaubenserfahrungen miteinander teilen. Wir tauschen uns aus, was in unserem Leben Einfluss auf unseren Glauben genommen hat, wie wir uns Gott und den Himmel vorstellen. Diese Abende sind für mich kostbare Momente, in denen ich ein Stück Himmel spüre. Im Reden und Hören spüre ich: Das Himmelreich ist nahe.

Für mich ist der Himmel nicht etwas Fernes. Das Himmelreich ist für mich nicht erst mit dem Jüngsten Tag Wirklichkeit auf Erden. Das Himmelreich ist mitten unter uns schon angebrochen. Damit ist es spürbar: mitten unter uns auch im August 2019. Spürbar in den Gottesdiensten, die wir miteinander feiern. Spürbar im aufmerksamen Zuhören, was andere beschwert, im Teilen von Schmerz und Freude. Spürbar, wo wir anderen davon erzählen, wie uns der Glaube von Gott durchs Leben trägt.

Nicht immer werden wir dabei auf offene Ohren stoßen. Jesus bereitet seine Jünger auch darauf vor. Es kann passieren, dass sie in Häusern mit ihrer Botschaft nicht willkommen sind. Dann sollen die Jünger den Staub von den Füßen schütteln.

Unverständnis, ablehnende Haltungen: ja, sie können uns begegnen, wenn wir vom Himmelreich erzählen. Das können wir abschütteln und weiterziehen, um froh und glaubhaft den nächsten Menschen zu erzählen, was uns Hoffnung schenkt.

Pfn. Juliane Göwecke