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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade

Jahreslosung 2019

Monatsspruch

Liebe Gemeinde,

spätestens zu Weihnachten ging es los mit den guten Wünschen für das neue Jahr. Und bis weit in den Januar hinein achten wir darauf, dass wir möglichst alle, denen wir im neuen Jahr noch nicht begegnet sind, zuerst mit den Worten „Ein frohes und gesundes neues Jahr!“ grüßen.

Eine schöne Sitte am Beginn des Jahres, wie ich finde. Denn jetzt wird uns bewusst, dass neue Zeit vor uns liegt. Was wird das neue Jahr 2019 bringen? So lautet die bange, aber auch hoffnungsvolle Frage. Und wir haben ja auch unsere Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen an das neue Jahr. Wir hoffen, es möge uns Freude, Glück und Erfolg bringen. Wir wünschen uns, dass wir gesund bleiben. Und fast an erster Stelle hoffen wir auf friedliche Zeiten – im Großen wie im Kleinen.

Die Jahreslosung für das neue Jahr 2019 aber sagt uns, dass wir mehr tun müssen, als nur Frieden zu wünschen oder auf Frieden zu hoffen. Wir sollen den Frieden suchen und ihm nachjagen – das heißt: Wenn wir den Frieden ernsthaft wollen, müssen wir uns aktiv darum bemühen. Frieden ist kein glücklicher Zufall. Frieden kommt nicht von alleine und auch nicht wie ein überraschendes Ereignis. Frieden entsteht und bleibt nur dort, wo wir uns immer wieder darum bemühen. Und die Worte „suchen“ und „nachjagen“ machen deutlich, dass es sehr mühsam sein kann, Frieden zu schaffen und zu erhalten.

Ja, es wird möglicherweise ein ganz schön anstrengendes Jahr 2019, wenn wir die Jahreslosung ernst nehmen. Denn diesmal ist der Bibelvers, der uns durch’s Jahr begleiten soll, kein gütiger und Mut machender Zuspruch an uns, sondern diesmal sind wir aufgefordert mitzutun, mitzuwirken, damit Friede wird, wie Gott ihn für uns will. Die Jahreslosung 2019 mutet uns zu, dass wir mit dabei sind, wenn es darum geht, ein gutes neues Jahr 2019 zu gestalten. Die Grundvoraussetzung für ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Leben im neuen Jahr sollen wir mit schaffen.

Ich hoffe, dass Sie jetzt gerade noch weiterlesen und nicht schon aufgegeben haben. Ja, ich weiß, dass viele sich in Bezug auf die vielen Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt ohnmächtig fühlen und sagen: „Was kann ich schon tun?“

Wenn uns aber mit dieser Jahreslosung aus dem Psalm 34 für 2019 zugemutet wird, dass wir für Frieden sorgen, dann bedeutet das auch: Gott traut uns das zu! Gott weiß, dass wir – jede und jeder einzelne von uns – für Frieden sorgen kann. Denn Frieden fängt immer im Kleinen an – in der Familie, im Freundeskreis, in der Gemeinde, in der Nachbarschaft oder auch fremden Menschen gegenüber auf der Straße.

Und Frieden, wie das hebräische Wort Shalom ihn meint, bedeutet mehr als nur keinen Krieg zu haben. Es geht um unser gesamtes Leben miteinander: Versuchen wir doch, nicht immer auf unser vermeintliches Recht zu pochen. Warten wir nicht immer, dass ein anderer uns den Vorrang gibt, weil wir meinen, dass wir es ja richtig machen. Erwarten wir nicht immer, dass der andere sich entschuldigt, auch wenn wir glauben, er oder sie habe den Fehler gemacht. Seien wir nachsichtiger und freundlicher mit den Menschen um uns herum. Gehen wir mit einem ehrlichen Lächeln auf andere zu. Nein, ich meine nicht, wir sollten immer nachgiebig sein. Es gilt auch nicht, jetzt allen Streit unter den Teppich zu kehren oder die Meinungsverschiedenheiten für dieses Jahr einzufrieren. Aber es gilt freundlich zu sein und dabei doch bestimmt, jedoch ohne über andere bestimmen zu wollen. Es geht darum, im Frieden miteinander zu leben auch bei aller Verschiedenheit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein friedliches und gesegnetes Jahr 2019!

Ihre Pfn. Dagmar Heine