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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade

Monatsspruch Februar

Monatsspruch

Liebe Gemeinde,

was ist aus Ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr geworden? Halten Sie sich noch daran oder haben Sie sie schon aufgegeben? Weniger Stress, mehr Sport, abnehmen, mehr Zeit für die Familie – all das sind beliebte Vorsätze – und sie überstehen den Januar häufig nicht.

Wir wissen: wir sollten gesünder essen, ausreichend schlafen, uns viel bewegen – aber das Wissen allein verändert noch nicht unsere Gewohnheiten. Wissen und Tun sind zwei Paar Schuhe.

Ganz anders klingt es im Monatsspruch für den Februar: „Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ Mit Wort ist hier das Gebot Gottes gemeint. Es liegt weder unerreichbar im Himmel noch in einer entfernten Gegend dieser Erde, so lesen wir es in den vorangehenden Versen. Gottes Gebote sind nicht fern. So wie Gott seinem Volk Israel während seiner 40jährigen Wüstenwanderung immer wieder nah war, sich ihnen gezeigt hat und sie schließlich ins gelobte Land geführt hat, so gilt das auch für seine Gebote. Auch sie sind nicht unerreichbar, sondern kommen direkt bei den Menschen an. Es ist das Wort ganz nahe bei dir! Es wird uns Menschen direkt gesagt.

Dieses Sagen allein reicht noch nicht aus. Es geht darum, wie es aufgenommen wird. Es soll nicht verhallen im Getöse der vielen Worte, die um uns herum sind. Und es soll auch nicht einfach nur gehört werden. Hören allein ist zu wenig. Das Gebot, das Wort will aufgenommen, verstanden und verinnerlicht werden. Im Herzen soll es ankommen, ins Herz treffen, zu einer Herzensangelegenheit werden, also zu etwas, von dem wir wirklich überzeugt sind, hinter dem wir stehen.

Was so im Inneren angekommen ist, das soll dann auch umgesetzt werden: mit Herzen, Mund und Händen. Was mit dem Mund gesprochen wird, soll den Geboten Gottes entsprechen. Und weil viel geredet werden kann, wenn der Tag lang ist, liegt die Messlatte höher: auch das Tun soll den Geboten entsprechen. Aus innerer Überzeugung reden und tun – darum geht es. Wissen und Tun sind hier nicht zwei Paar Schuhe, sondern gehören zusammen.

Wissen und Tun hängen auch zusammen beim diesjährigen Motto der Aktion „Sieben Woche ohne“. Am 14. Februar beginnt die Passionszeit, die auch eine Fastenzeit ist. „Sieben Wochen ohne“ lädt dazu ein, einmal etwas anders zu fasten als auf Alkohol, Zigaretten oder Süßigkeiten zu verzichten. „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ lautet das Motto.

Manchmal ist zwischen Wissen und Tun ein Hindernis zu überwinden. Da kann es Konventionen geben, die uns am Handeln hindern. Aber der barmherzige Samariter hat dem Überfallenen geholfen, allen Vorurteilen zwischen Juden und Samaritern zum Trotz.

Manchmal gibt es Menschen in unserem Umfeld, die uns raten: Mach das lieber nicht. In der Bibel lesen wir von dem blinden Bettler, der trotz der Ratschläge seiner Freunde lauthals nach Jesus ruft – eine gute Entscheidung.

Manchmal fällt es uns in entscheidenden Momenten schwer, zu unseren Überzeugungen zu stehen – wie Petrus, der Jesus dreimal verleugnet. Oder es ist nicht einfach, einen Fehler zuzugeben – wie bei Adam, nachdem er von der verbotenen Frucht gegessen hat.

„Sieben Wochen ohne Kneifen“ schärft unseren Blick, wo wir uns trauen können, zu unseren Überzeugungen zu stehen und entsprechend zu handeln. Gelingen wird das nicht immer. Auch das Volk Israel hat zwar Gottes Gebot gehört und in sich aufgenommen. Wir lesen aber in der Bibel auch davon, wie die Gebote immer wieder übertreten werden, andere Götter verehrt werden, sich Menschen ungerecht verhalten.

Aber wir lesen auch davon, dass sich Gott trotzdem nicht von uns Menschen abwendet, sondern uns in Jesus Christus ganz nahe kommt, unsere Fehler verzeiht, uns aber auch vorlebt, wie wir nach Gottes Willen leben sollen. Darum können wir uns immer wieder bemühen.

Ihre Pfn. Juliane Göwecke